
Schüleraustausch 2026
Ganz früh im Januar ging es dieses Jahr schon los zu unserem diesjährigen Besuch bei unserer Partnerschule, dem Ensemble Scolaire Francoise Cabrini, in Noisy-le-Grand.
Am Mittwoch, den 21. Januar, fuhren wir mit dem Zug nach Paris an den Gare de l’Est. Gleich zu Beginn der Reise waren wir von der -für uns ungewohnten- Pünktlichkeit des Zuges überrascht.
In Noisy trafen wir am Cabrini auf unsere französischen Corres und verbrachten den ersten Abend in den Gastfamilien.
Den deutsch-französischen Freundschaftstag am Donnerstag verbrachten wir zusammen mit den Corres in der Schule. Wir bekamen eine kleine Führung durchs Schulgebäude und konnten die Unterschiede zu Deutschland feststellen. So darf man am Cabrini nur mit Zugangsberechtigung das Schulgelände betreten, die Unterrichtszeit geht bis in den frühen Abend, teilweise bis nach 18 Uhr. Im CDI konnten wir nicht nur das Konzept dieses Raumes kennenlernen, sondern auch eine Ausstellung der Deutschlerner zur Geschichte der Deutsch-Französischen Freundschaft ansehen. Auch konnten wir Räume wie die Pastorei, die Kantine und die Räume der Schulkrankenschwester kennenlernen.
In der Mittagspause bekamen wir anlässlich des 22. Januars ein vermeintlich typisch deutsches Essen in der Kantine. Interessant war, dass die Köche der Kantine von typisch deutschem Essen eine andere Vorstellung hatten als wir.



Am Freitag machte sich der deutsche Teil der Gruppe auf, um einige Sehenswürdigkeiten von Paris zu erkunden. Mit dem RER fuhren wir ins Zentrum und besuchten die Conciergerie, die unter anderem als Gefängnis genutzt wurde. Eine der bekanntesten Häftlinge war Marie Antoinette. In der Conciergerie konnten wir interaktiv das Gebäude und dessen Geschichte erkunden. Wir erhielten sehr anschauliche Informationen durch die geliehenen „Histopads“, Tablets, die durch 360° Darstellungen die Geschichte erlebbar machten.
Danach machten bei malerischem Wetter einen Spaziergang auf der Ile de la Cité. Wir besuchten die Kathedrale Notre-Dame, besichtigten den Louvre, flanierten durch den Tuileriengarten, bewunderten den Obelisken auf dem Place de la Concorde, um uns dann schließlich in der Galerie Lafayette beim Bestaunen der Architektur des Gebäudes aufzuwärmen. Den Tag schlossen wir mit dem Besuch auf dem Eiffelturm ab. Einige Sportliche unserer Gruppe erklommen die zweite Ebene zu Fuß und waren sogar deutlich vor den begleitenden Kollegen oben.



Der Samstag sollte der Tag unseres gemeinsamen Ausflugs mit den Austauschpartnern sein. Da zeitgleich eine Berufsinformationsmesse war, brachen wir morgens zunächst ohne unsere französischen Partner ins Marais-Viertel auf. Dort wollten wir den „Marché des enfants rouges“ besuchen. Leider waren noch viele Stände im Aufbau, sodass wir individuell die umliegenden Straßen mit Geschäften und kleinen Besonderheiten erkundeten. Am Centre Pompidou sahen wir uns kurz das kunstvolle Äußere des Gebäudes an, bevor wir in und um Les Halles das Stadtviertel auskundschafteten. Es waren gerade Schlussverkäufe und wir freuten uns an manchen Stellen über sehr großzügige Rabatte. Am frühen Nachmittag trafen wir unsere Corres vor dem Musée d’Orsay. Das Museum, welches in einem ehemaligen Bahnhof untergebracht ist, überraschte uns nicht nur durch seine außergewöhnlichen Räumlichkeiten. Auch gab es durch Bilder von Claude Monet, Vincent van Gogh und Max Liebermann, Statuen und Selfispots für jeden eine Menge zu entdecken, bewundern und fotografieren.
Auf dem Weg zum Triumphbogen sahen wir uns bei strahlend blauem Himmel noch einen Teil der Champs-Elysées an. Um auf die Terrasse des Triumphbogens zu gelangen, mühten wir uns auf einer engen Wendeltreppe 284 Stufen nach oben. Die Anstrengung wurde mit einem phantastischen Blick über die bereits beleuchtete Stadt, die sich von diesem Monument aus sternförmig erstreckt, belohnt. Punkt 18 Uhr konnten wir in nicht allzu großer Ferne das erste Funkelte des Eiffelturms für diesen Abend beobachten.
Nach einem kurzem Essenstopp fuhren wir zum letzten Highlight des Tages. Wir wollten den beleuchteten und funkelnden Eiffelturm aus nächster Nähe vom Trocadéro aus ansehen. Am Trocadéro wurden wir von einer ganzen Reihe an fliegenden Händlern, einem Musiker und verschiedenen Essenverkäufern empfangen. Wir genossen die Atmosphäre, lauschten der Musik und einige von uns waren sogar Zeuge eines romantischen Heiratsantrags, der zufällig vor Ort stattfand.






Nach dem ereignisreichen Samstag hieß es am Sonntag erstmal ausschlafen. Wir begannen unser Programm erst zum späten Vormittag und besuchten das Atelier de Lumières. Dort wurde der Anfang des Lebens auf der Erde mittels mehrerer Projektoren im gesamten Raum immersiv erlebbar gemacht. Der Sprecher sprach sehr deutlich in einfachem Vokabular, sodass sehr viel des Gesagten einfach zu verstehen war. Für alle, die sich mit der Sprache schwertaten, wurden englische Untertitel projiziert.
Am Nachmittag hatten wir erstmals etwas weniger Glück mit dem Wetter. Unser Besuch in Montmartre war nur mit Regenschirm möglich. Dies hielt uns jedoch nicht ab, mit der funiculaire (einer Art Standseilbahn) den Hügel zum Sacré-Coeur hochzufahren und das Stadtviertel zu besuchen. In Montmartre gibt es viele kleine individuelle Geschäfte, Bäckereien, Konditoreien, Käse- oder Seifengechäfte, Souvenirläden Cafés. So konnte der Regen am Erlebnis des Tages nur wenig schmälern. Am Abend zeigte eine der Gasteltern noch den Drehort in Noisy-le-Grand, der für einige Szenen in „Die Tribute von Panem“ verwendet wurde.

Der Montag war für den Besuch des Disneylandes, welches von Noisy-le-Grand in einer halben Stunde mit dem RER zu erreichen ist, vorgesehen.
Aufgrund der kühlen Jahreszeit war der Andrang an den Attraktionen nicht ganz so groß, die Anstehzeiten für die großen Achterbahnen hielten sich in Grenzen, bei kleineren konnte man manchmal mit kurzer Wartezeit direkt zum Fahrgeschäft. In den zahlreichen Souvenirläden deckten wir uns mit Andenken und Mitbringseln ein und hatten am Ende des Tages noch imposante Eindrücke von der Disneyparade.
Am Dienstag mussten wir uns in aller Frühe von unseren Corres verabschieden, da diese pünktlich zur ersten Stunde im Unterricht sein mussten.
Dies kam uns letztendlich entgegen, da es auf unserem Weg zum Gare de l’Est zu unvorhergesehenen Verzögerungen kam und wir durch weitere Umstiege vom RER in die Métro sehr viel mehr Zeit benötigten, um dort anzukommen. Am Gare de l’Est kauften wir unseren letzten Wegproviant und fuhren schließlich zurück nach Tübingen, wo uns die Eltern der Gruppenmitglieder bereits erwarteten.

Wir hatten eine sehr erfolgreiche und ereignisreiche Woche in Paris, aus der wir mit einem riesigen Koffer voll Erinnerungen, Erfahrungen, Eindrücken und Erkenntnissen zurückkommen. Wir haben einige Freundschaften geschlossen und freuen uns, unsere neuen Freunde im Oktober in Tübingen begrüßen zu dürfen.
Ein ganz herzlicher Dank geht an die gesamte Gruppe, die zum problemlosen Verlauf der Woche erheblich beigetragen hat, an die Eltern und Gastfamilien der Teilnehmerinnen, unsere französische Kollegin in Noisy und natürlich an Frau Schock, die uns auf dieser besonderen Reise begleitete.
A bienôt. On se reverra à Tübingen à l’automne.



